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OFF THE WALL - From Vandalism to Urban Art

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WILDE Gallery, Berlin, November 1 – Dezember 13, 2008

WILDE Gallery, Berlin, November 1 – Dezember 13, 2008

Jean Michel BASQUIAT, BANKSY, BLEK LE RAT, Kendell CARTER, DARKCLOUD, EVOL/CT’INK, Richard HAMBLETON, Keith HARING, LADY PINK, PISA73/CT’INK, Matt SIREN, SKIPPER, Madeline STILLWELL

Seit ihrem Entstehen ist Street Art, Graffiti – oder Urban Art immer als eine Kunstform der Entgrenzung und Grenzüberschreitung wahrgenommen worden. Entgegen der kunstakademischen Verpflichtung zur klassischen Bildfläche der Leinwand fanden Graffiti Künstler das Trägermedium ihrer Arbeiten in den Städten selbst.

Die Bildsprache des Graffitis zeigt eine große Verwandtschaft zu der Formsprache vorkolonialer Volkskunst - ein Merkmal auf Grund dessen frühe kunstwissenschaftliche Aufsätze über das Genre dieses meist als künstlerischen Ausdruck einer gesellschaftskritischen Bewegung verorten.

Obgleich von einem anonymen oder pseudonymen Künstler und im Bewusstsein seiner potenziell ephemeren Präsenz geschaffen, avancierte das Graffiti zu einem dauerhaften Symbol des Verfalls der Ideale der Westlichen Welt.

In der Inkorporation des Vandalistischen und Rebellischen verfügte Street Art über eine besondere Anschlussfähigkeit zum Feld der Populärkultur, welche die Graffiti-Künstler der 1970er und 80er Jahre selbst zu umgreifen begann und den Begriff der Street Art bald in das gängige Vokabular der Kunstwelt überführte. Nach anfänglicher Euphorie über eine neue Kunstform blieb Graffiti-Kunst als eine Phase künstlerischen Ausdruckswahns zurück, der sich bereits selbst zu überleben begonnen hatte und weder in der Kunstkritik noch auf dem Kunstmarkt nennenswerte Spuren zu hinterlassen schien.


Gegen Ende der 1990er begann eine neue Künstlergeneration das visuelle Erscheinungsbild ihres urbanen Umfeld erneut zu verhandeln; eine individualisierte, die Ästhetik des eigenen künstlerischen Ausdrucks reflektierende Urban Art wurde in den Straßen der großen Metropolen sichtbar.
Unter dem Eindruck neuer Kommunikationsmedien, wie besonders dem Internet und der ihm inhärenten Verfügbarkeit für den Austausch von Information, formulierte Street Art jetzt selbst eine Kritik an der sich hier formierenden Invasion des Privaten und der Überwachung des gemeinsamen, öffentlichen Raums.

Mit der Ausstellung „Off the Wall“ stellt Wilde Gallery Street Art der ersten Generation Arbeiten zeitgenössischer Urban Artists gegenüber und hinterfragt ihre Korrespondenzen und Interaktionen.

WILDE Gallery
Chausse Straße 7
10015 Berlin

Die seit September 2007 existierende WILDE GALLERY möchte sich nicht nur dem Kunstmarkt, sondern auch der künstlerischen und kunsttheoretischen Auseinandersetzung zu stellen.
Die seit Beginn des 20. Jahrhunderts immer wieder als Tod deklarierte Malerei ist der Schwerpunkt der Galerie. Malerische Positionen in anderen künstlerischen Medien wie auch in der Malerei sollen zur Diskussion stellen. Sie sollen neue Sichtweisen eröffnen, den durch die Malerei tradierten Blick auch ohne Malerei untersuchen und die Entwicklung des Malerischen in der aktuellen Kunst aufspüren. Der Austausch verschiedener KünstlerInnen-Generationen und Nationalitäten mit zum Programm der WILDE GALLERY.
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