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Ein Hundeleben
Auch durch die Hundegesellschaft geht ein tiefer Riss: Während immer mehr Fälle von so genannter Hortung auffallen - womit eine psychische Störung beim Menschen gemeint ist, die unkontrolliert Tiere sammeln und verwahrlosen lässt - verzeichnet gleichzeitig der Luxusartikelmarkt für Vierbeiner großen Zuwachs.
Meist sind es Menschen, die völlig zurückgezogen leben und kaum Kontakt zu Nachbarn oder Freunden haben. Betritt ein Fremder die Wohnung, erwarten ihn häufig beißender Gestank und schimmelnde Müllberge. Denn Menschen, die Tiere sammeln wie andere Briefmarken, sind häufig auch gleichzeitig Messis und die Tiersammlung ist Teil ihrer Krankheit. Die krankhafte Tiersammelsucht ist ein Phänomen, mit dem Tierschützer und Sozialdienste immer häufiger konfrontiert werden. Damit auch das Umfeld besser schon im Vorfeld Fälle von Tierhortung erkennen kann, versuchen Vereine und Veterinärämter verstärkt darüber aufzuklären.
Das krankhafte Sammeln von Tieren
„Animal Hording“ wird meist mit Tiersammelsucht übersetzt und beschreibt eine psychische Erkrankung, bei der Menschen oft Dutzende von Tieren halten, diese aber nicht angemessen versorgen können. Oft kommt es zur völligen Verwahrlosung von Mensch und Tieren, ohne dass der Tierhalter die Missstände erkennen kann. In den USA sind mehr als 1000 Fälle pro Jahr belegt. Aber gerade weil von der Krankheit betroffene Menschen den Kontakt mit der Öffentlichkeit scheuen, ist die Dunkelziffer sehr hoch.
Besonders ältere, alleinstehende Frauen leiden unter dem Phänomen. Schwierig ist der Umgang mit ihnen, weil sie sich selbst als Tierliebhaber und engagierte Tierschützer sehen und sie sich deshalb oft heftig gegen eine Einmischung von außen wehren. So leben die Hunde, Katzen, Pferde oder Kaninchen oft jahrelang unentdeckt unter katastrophalen Umständen und verenden oft qualvoll unnötig an unbehandelten Krankheiten.
Jet-Set mit Chihuahua
Auf der anderen Seite lebt so mancher Chihuahua oder andere Schoßhund wortwörtlich in einem goldenen Käfig und begleitet Herrchen und Frauchen auf Schritt und Tritt im Jet-Set-Leben. Zur Zeit ist es der Fall von Chihuahua-Dame „Conchita“, die die Klatschspalten der amerikanischen Magazine füllt. Deren Frauchen Gail Posner hinterließ dem Tier nach ihrem Tod fast ihr gesamtes Vermögen in Hohe von 26 Millionen Euro. Der Sohn der Dame musste sich mit lediglich einer Million Euro zufrieden geben.
Und auch die Vierbeiner, die in goldenen Himmelbetten schlafen, von einem eigenen Koch versorgt werden und manchmal sogar über einen eigenen kleinen Nerzmantel verfügen, sind wahrscheinlich bei jemandem gelandet, der unter großer Einsamkeit leidet. Der durchschnittliche Hundebesitzer ist selten so ein Extremfall, jedoch wächst der Markt für Luxusartikel für Haustiere stetig an. So machen die Hersteller von ordinärem Dosenfutter bis Louis Vuitton-Hundekissen rund 29 Milliarden Dollar Umsatz pro Jahr. Rund 60 Prozent davon fließen in den Dienstleistungssektor. Innerhalb Europas leben übrigens in Frankreich die meisten Haustierbesitzer: Jeder zweite Haushalt hält hier mindestens ein Tier.
Milliarden für Hunde-Coiffeur und Gourmet-Futter
Der Umsatz wird allerdings vor allem mit Luxusartikeln gemacht. Dabei sind es selten Hundezüchter, die viel für ihre teuren Hunde und Katzen ausgeben, sondern meist Frauen, für die das Tier auch ein wichtiges Accessoire ist. Wenn etwas Paris Hilton eine neue Sonnenbrille für ihr Hündchen kauft, ist die innerhalb von Tagen weltweit ausverkauft. Letzte Saison war ein T-Shirt mit der Aufschrift 'Desperate Housedog' der Renner. Das sollte vielleicht mal jemand ernst nehmen. Wer selbst sich selbst einmal in der Welt der Hundeacccessoirs umsehen will, bekommt eine guten Eindruck auf www.hundetraum.de.



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